Fauchen

Für euch Menschen ist unser Fauchen eine spektakuläre Verhaltensweise, die jedoch nicht immer die zu erwartenden, dramatischen Reaktionen nach sich zieht. Zwar gibt es Situationen, in denen ein zischendes Fauchen von uns tatsächlich als letzte Warnung vor dem Angriff ist, aber oftmals beschränken wir uns auf die Droh-Grimasse und ziehen von Dannen, ohne unser verschrecktes Gegenüber mit zähnen und Krallen zu attackieren.

Als Kitten sind wir sehr früh in der Lage zu fauchen. Deshalb gehen wir mal davon aus, dass es angeboren ist. Wir stehen zwar als Kitten wackelig auf unseren Beinchen, was uns aber nicht davon uns abhält, wenn z.B. ein Geschwisterchen uns unsere Lieblingszitze streitig macht, fremde Personen über der Wurfkiste neigen oder vor überraschenden Berührungen, unser zartes Mäulchen zu öffnen und ein leisen Zischen von uns zu geben.
Da mag es euch noch als possierlich und niedlich erscheinen, was jedoch wenn wir älter werden,  eine Respekteinflössende Variante der Abwehr ist.
.:: Aggressionsverhalten ::.
Es gibt beim Fauchverhalten Unterschiede, die geübten Beobachtern unter euch, sofort ins Auge fallen werden. Abgriffslustig bauen wir uns in voller Größe unserem Gegner auf, drehen die Ohren nach hinten und fächern unsere Schnurrhaare breit und gut sichtbar auf. Dadurch beabsichtigen wir eine optische Volumenvergrößerung. Meisten sind unsere Pupillen zu engen Schlitzen zusammengezogen und haben einen wild gesträubten Schwanz. Wenn wir euch mit solch einer Verhaltensweise gegenübertritt, solltet ihr uns auf keinem Fall berühren. Versucht am besten auch gar nicht uns zu besänftigen, macht euch am besten dann aus dem Staub.

.:: Abwehrverhalten ::.
Fauchen kann allerdings auch signalisieren, dass wir unsere Ruhe haben wollen. Bei diesem Verhalten sind unsere Pupillen geweitet, unsere Ohren stehen seitlich ab und die Schnurrhaare liegen flach an unsere Wangenknochen an. Auch sind wir dann weit davon entfernt, uns in voller Größe aufzubauen. Gilt unsere Abwehr einem Artgenossen, bedienen wir uns auch gerne dem klassischen Katzenbuckel und zucken mit dem Schwanz hin und her. Reicht unsere Show nicht aus, um einen aufdringlichen Besucher fern zu halten, geht unser anfängliches Knurren in ein lautes Fauchen hinüber

.:: Angstverhalten ::.
Zischendes Fauchen kann auch ein Ausdruck von panischer Angst sein. Unsicherheit und Furcht könnt ihr an unserem gesträubten Fell, großen Pupillen , seitlich gestellte Ohren, lautes Kreischen und Fauchen erkennen. Da Angst auch schnell in gefährliches Abwehr- oder Aggressionsverhalten umschlagen kann, solltet ihr dann sehr behutsam mit uns vorgehen. Dies gilt besonders für fremde zugelaufene Katzen, deren Reaktionen überhaupt nicht einzuschätzen sind.